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Meine Lebensverfügung für ein gepflegtes Alter

Erich Schützendorf (2017), München: Reinhardt-Verlag
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Eine Buchempfehlung von Ursula Zirkel

Aus der Rubrik Vorsorge

 

Die Patientenverfügung ist nicht gerade in aller Munde, hat aber immerhin einigen Bekanntheitsgrad erreicht. Zusammen mit der Vorsorgevollmacht und der Betreuungsverfügung stellt sie eine Möglichkeit dar vorzusorgen, wenn wir nicht mehr selbst entscheiden können. Hier werden rechtliche Dinge der Vertretung der eigenen Person geregelt.

Doch haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, wie Sie gerne gepflegt werden möchten? Welche Lieblingsspeisen haben Sie? Was soll beim Mittagstisch auf keinen Fall fehlen? Wie sind Ihre Vorlieben im Tagesablauf – eher Frühaufsteher*in oder Langschläfer*in? Welches sind bevorzugte Pflegeprodukte wie z.B. die Lieblingszahnpasta? All das müssen Menschen, die uns einmal pflegen sollen wissen, wenn sie uns, unseren Bedürfnissen gerecht, versorgen sollen. Das Buch von Erich Schützendorf nimmt genau diese Punkte auf – erweitert den eigenen Horizont, welche Aspekte zu berücksichtigen sind und ist zudem so vergnüglich zu lesen wie eine Urlaubslektüre. Ich habe das Buch mit Freuden und manch lautem Lachen gelesen. Für mich war es eine Hilfe mit meiner Familie auf vergnügliche Weise die eigene Pflege anzusprechen und damit wichtige Informationen weiter zu geben.

Die Grasbeißerbande. Das Sterben wieder ins Leben holen.

Starnberger Susen und Karsten (2016). Recklinghausen: SCEN Zeitwertverlag
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Eine Buchempfehlung von Nieske Schilling
Aus der Rubrik Kinder

 

„Wenn ich im Sarg liege und dann doch wieder wach werde. Dann ist da überall Erde. Kannst du mir einen Schnorchel bauen?“ René, 9 Jahre

„Wenn alle in den Himmel kommen, wird es dann nicht irgendwann zu eng?" Joel, 6 Jahre

 

In ihrem Buch haben Susen und Karsten Starnberger Fragen von lebenszeitverkürzt erkrankten Kindern aufgeschrieben. Sie haben diese in Gesprächen mit Familien, Mitarbeiter*innen aus der Pflege und Betreuung sowie Ärzt*innen notiert. Kinder aus Südafrika (6-11 Jahre), die dort in einem Heim leben und zum Teil AIDS-Waisen sind, haben ihre Vorstellungen von Tod und Sterben gemalt. Aus dieser Kombination ist ein tolles Buch entstanden, welches in netter Art und Weise den Tod und das Sterben aus Kindersicht thematisiert. Und das Besondere daran ist, dass die Fragen von Kindern und Jugendlichen kommen, die frühzeitig versterben werden. Die Kinder sind so neugierig und stellen interessante Fragen. Da können wir Erwachsene auch noch etwas lernen!

 

 

Auf dem Weg, den niemand kennt - Eine Sterbebegleiterin mit Herz und Humor erzählt

Manuela Thoma-Adofo (2019), München: Kösel-Verlag
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Eine Empfehlung von Elfriede Fath
Aus der Rubrik Sterbebegleitung

 

Manuela Thoma-Adofo, geboren 1967, stürzte in eine Lebenskrise zu einer Zeit, in der sie jeder für glücklich und erfolgreich an der Seite des Olympiasiegers Dieter Thoma‘s hielt. Indem sie beherzt damit begann, sich um Senioren und Sterbende zu kümmern, wurde diese Krise zum Beginn eines mit Glück und neuem Sinn erfüllten Lebens. Sie ist  nun seit mehr als 20 Jahren ehrenamtliche Hospizhelferin.

 

Den Tagen und Stunden mehr Leben zu geben, ist das Anliegen von Manuela Thoma-Adofo.

Humorvoll und liebenswürdig beschreibt sie die Wünsche Sterbender. Zwischen Lachen und Weinen wird klar: Der Weg, den niemand kennt, führt langsam und sanft aus dem Leben.

 

Auszüge aus dem Buch:

„Sie haben drei Wünsche frei“, sagte ich und lächtelte.

Herr K. überlegte kurz. „Ich hätte gern ein Bier, eine Zigarre und eine Portion Spare Ribs.“ Er blickte mich pfiffig an. „Wenn Sie mir versprechen, dass Sie noch da sind, wenn ich zurückkomme, dann werde ich es besorgen.“ Er konnte seinen Kopf kaum bewegen, aber ich glaubte ein Nicken zu erkennen. „Ja, Ich werde noch da sein.“

 

Ernestines Sterben: Ich setzte mich an Ernestines Seite, ganz nah an sie heran.

Was dann passierte, treibt mir heute noch die Tränen ins Auge. Ernestine, die seit Tagen kaum noch die Augen geöffnet oder sich gezielt bewegt hatte, hob die Lider und schaute mich direkt an. Ein letztes Mal. Sie lächelte und nicht nur das. Sie löste ihre Finger von der Decke und umfasste meine rechte Hand. Ein Danke, ein Abschied, tausend Worte in einem Augenblick. Dann lockerte sich ihr Griff und ihre Augen fielen wieder zu. Ich war fassungslos und wusste nichts zu sagen. Nichts zu denken. So etwas hatte ich nie zuvor erlebt.

 

Das Sterben von Herrn Fritz: Die Familie von Herrn Fritz erstellte einen Betreuungsplan. Rund um die Uhr würde jemand bei ihm sein. So ging das nun schon seit 9 Wochen. Herr Fritz hatte die Gelegenheit gehabt sich von allen zu verabschieden. Jede Minute stand er vor dem letzten Schritt, aber er ging nicht. Es war ein Dienstagmorgen, als ich dann erfuhr, dass er es doch geschafft hätte. Herr Fritz war tot. Ich ging in sein Zimmer und traf dort einen überaus geknickten Enkel an. Ich fragte ihn was los sei Sie hätten ja nun wirklich alles getan, um ihm den letzten Weg zu erleichtern. Der Enkel erzählte, dass er, als er sicher war, dass sein Großvater regelmäßig atmete und keine Unruhe zeigte, den Gang zur Toilette gewagt hatte. Und als er sofort, nach weniger als einer Minute zurückkam, musste er feststellen, dass sein Opa gestorben war. Still und leise. Und ganz allein. Er war erschüttert und fühlte sich schuldig. Es dauerte eine Weile bis der Enkel begriff, dass er seinem Großvater die einzige Möglichkeit gegeben hatte, auf die er offenbar gewartet hatte. Nämlich allein zu sterben.

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